Geschichte des Devisenhandels

Auch wenn mit dem britischen Pfund Sterling bereits im Jahr 1750 die erste Handelswährung eingeführt wurde, so befinden sich die Wurzeln des Devisenhandels und somit des noch später entstandenen Forex Trading im ausgehenden 19. Jahrhundert. Ganz genau genommen liegen die Anfänge des internationalen Devisenhandels im Jahr 1880, als erstmals die Möglichkeit geboten wurde, Zahlungen aus dem Ausland auf einem ebenfalls im Ausland angelegten Bankkonto gutzuschreiben.

Als dann am 22. Juli 1944 das Bretton-Woods-Abkommen getroffen und die Weltbank sowie das IWF ins Leben gerufen wurden, hatte dies zur Folge, dass weltweit feste Wechselkurse entstanden, wobei die Volatilitäten genannten Schwankungsbreiten länderübergreifend festgesetzt wurden. Diesbezüglich waren die Zentralbanken in der Pflicht, in das Marktgeschehen einzugreifen, insofern es zu einem Unter-, bzw Überschreiten der Interventionspunkte kommen sollte. Durch diese Maßnahme sollten die so genannten Interventionspunkte wieder aufgebaut werden.

Am 30. September 1969 kam es jedoch zu einer Aufweichung dieser festgelegten Wechselkurse. Als dann am 19. März 1973 die Europäische Gemeinschaft als Vorläufer der EU ein gemeinschaftliches „Block-Floating“ gegen den US-Dollar durchführte, wurden die bis dato festgelegten Wechselkurse gänzlich zugunsten der frei schwankenden Wechselkurse ersetzt. Durch dieses Floating wurde allerdings auch das Risiko der am Kurshandel Beteiligten drastisch erhöht, da die Devisen-, Zins- und Aktienmärkte nun einer größeren Schwankung des Kurses ausgesetzt waren. Insbesondere in wirtschaftlich schwierigen Zeiten, zum Beispiel nach dem Jom-Kippur-Krieg, der die erste Ölkrise ausgelöst hatte, war dies für so manchen Investor schmerzlich zu spüren.

Als dann die Herstatt-Bank am 26. Juni 1974 geschlossen werden musste, wurde man erstmals mit der Frage konfrontiert, welche Risiken für den Vertragspartner einer entsprechenden Bank im Rahmen des Interbankenhandels auftreten könnten. Die Problematik wurde in erster Linie darin gesehen, dass eine Bank ihren vertraglichen Verpflichtungen nicht mehr nachkommen kann, in dem Moment, in dem sie ihre Existenz aufgibt und die andere Bank als Vertragspartner des nunmehr nicht mehr existierenden Geldinstitutes in die Pflicht genommen wird. Das Desaster hierbei liegt insbesondere in der Annahme begründet, dass die als Vertragspartner agierende Bank bereits im Vertrauen auf die Gegenleistung der nicht mehr existierenden Bank geleistet hat. Das Erkennen dieses Problems hatte zur Folge, dass eine bankenaufsichtsrechtliche Neuregelung in Kraft trat und fortan vor allem Wert auf ein effizientes und zugleich wirkungsvolles Risikomanagement gelegt wurde.

Im Jahr 1982 folgte dann die nächste große Krise, als Mexiko am 13. August des gleichen Jahres seinen Devisenmarkt schloss und damit vor allem in den lateinamerikanischen Ländern und einigen Entwicklungsländern die Schuldenkrise herbeiführte. Auch durch die Tigerstaaten-Krise von 1997 sowie die Argentinien-Krise von 1998 wurde der Devisenmarkt stark gebeutelt. In diesem Zusammenhang wurde klar, dass die Devisenmärkte, im Gegensatz zu den Geld- und Wertpapiermärkten, von den staatlichen und politischen Einflüssen sehr stark abhängig sind. Denn wenn eine bestimmte Währung in ihrem Wert abzufallen droht, so kann der Staat oder die Zentralbank direkt in das Geschehen eingreifen.

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